Unsere Gilas - Blue Eyed Ball

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Unsere Gilas

Bereits vor 100 Millionen Jahren lebten die Vorfahren eines der heute schönsten und faszinierensten Reptilien auf der Erde - Heloderma suspectum. Sie überlebten Eiszeiten, Warmzeiten, Meteoriteneinschläge - doch sind sie nun aufgrund der Urbanisierung ihrer Lebensräume durch den Menschen bedroht. Sie sind deshalb im Anhang B des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet. In Deutschland ist ihr Besitz unter Vorlage eines lückenlosen Herkunftsnachweises den Unteren Naturschutzbehörden anzuzeigen.

Bei der Gattung Heloderma handelt es sich um eine sehr urtümliche Gattung mit zwei Arten: Heloderma suspectum und Heloderma horridum. Derzeit sind von Heloderma horridum vier Unterarten anerkannt. Zu Heloderma suspectum zählten die Unterarten H. s. suspectum (südliche Form) und  H. s. cinctum (nördliche Form); jedoch wurde mittlerweile der Unterartstatus aufgehoben, da die nördliche und südliche Form lediglich eine genetische Differenz von unter 0,5 % aufweisen. Einige Populationen lassen sich jedoch von der Zeichnung bzw. Färbung abgrenzen, z. B. die sog. Utah Blackys, die ein sehr intensives Schwarz aufweisen; die ehemals unter H. s. suspectum geführten Unterarten haben in den rosa/orangefarbenen Abschnitten des Schwanzes schwarze Zeichnungselemente, die den H. s. cinctum fehlen.

Das Verbreitungsgebiet von Heloderma suspectum umfasst die Wüsten und Halbwüsten im Süden Nevadas, im Osten Californiens, im Südwesten Utahs, in Arizona, im Südwesten New Mexicos und Nordwesten Mexicos. Hier halten sie sich zwischen Felsen auf und nutzen Höhlen, die von diversen Säugetierarten gegraben wurden.

Unsere Heloderma suspectum waren in der Eingewöhnungszeit etwas "unleidlich" und leicht reizbar, was sich jedoch nach einiger Zeit gegeben hat. Mittlerweile ist der Umgang mit ihnen sehr entspannt und problemlos. Einmal wöchentlich werden sie gebadet. Bei dieser Gelegenheit werden eventuell vorhandene alte Hautreste entfernt. Alle 7 bis 10 Tage werden sie mit aufgetauten Frostmäusen gefüttert, die regelmäßig mit einem Vitamin-Kalzium-Gemisch supplementiert werden.

Der Boden des Terrariums ist großflächig mit Steinplatten ausgelegt und die Zwischenräume mit Buchenholzgranulat aufgefüllt. Nachteile zum von uns vorher verwendenten Sand sind nicht erkennbar. Höhlen (z. B. aus Korkrinde) und eine Wasserschale ergänzen die Einrichtung. Spotstrahler dienen als Licht- und Wärmequelle, so wird die erforderliche Temperatur im Terrarium erreicht, punktuell bis 35 °C. Die Rück- und Seitenwände sind so gestaltet, dass auf ihnen geklettert werden kann - jedoch nutzen die Gilas dies in den seltensten Fällen.

Im November 2016 bis Februar 2017 haben wir unsere adulten Gilas bei 15 °C überwintert. Die Fütterung wurde drei Wochen vorher eingestellt und sie wurden nochmals gebadet, sodass sie mit leerem Magen-Darm-Trakt in die Winterruhe gingen. Nach der Winterruhe wurden die Tiere wieder langsam nach und nach auf Betriebstemperatur gebracht und nach 14 Tagen das erste Mal gefüttert. Leider zeigte das Männchen in den darauffolgenden Wochen kein Interesse an dem Weibchen, sodass sie am 22. Mai 2017 und am 13. Juni 2017 jeweils ein unbefruchtetes Ei ablegte. Da wir uns unsicher waren, ob sie alle unbefruchteten Eier abgelegt hat, sind wir sicherheitshalber zum Tierarzt gefahren, um sie röntgen zu lassen. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass keine Eier im Legedarm zurückgeblieben waren. Im nächsten Jahr hoffen wir auf eine erfolgreiche Paarung, da wir zwischenzeitlich ein zweites Männchen erwerben konnten.

Eine sehr informative und ausführliche Website über Heloderma ist: www.heloderma.net von Prof. Schwandt.

 
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